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Gründungsnetzwerke im Wissenschafts- und Hochschulbereich

Herausforderungen für die Wirtschaftsförderung

AutorAlexander Knuth
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl253 Seiten
ISBN9783834999641
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Alexander Knuth untersucht, inwieweit öffentliche Wirtschaftsförderprogramme bei Unternehmensgründungen aus dem Wissenschafts- und Hochschulbereich sinnvoll sind. Er zeigt, dass ExistenzgründerInnen eine kontinuierliche Begleitung für ihre Gründungsvorbereitungen benötigen, analysiert, welche Koordinationsform von Fördermaßnahmen effektiv und effizient ist, und wie die kooperative Zusammenarbeit der Förderträger von der Politik aktiv unterstützt werden kann.

Dr. Alexander Knuth promovierte bei Prof. Dr. Dieter Wagner an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam. Er ist heute als Projektleiter eines Existenzgründungsförderprogramms an der Universität Potsdam tätig.

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Leseprobe
"1 Einleitung (S. 1)

Akademische Unternehmensgründungen im Allgemeinen und Spinoff- Gründungen aus dem Wissenschafts- und Hochschulbereich im Besonderen sind bedeutende Kanäle des Wissens- und Technologietransfers. Die Förderung von akademischen Unternehmensgründungen ist damit ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des im deutschen Hochschulrahmengesetz formulierten Auftrages der Hochschulen zum Technologietransfer.

Aus regionalpolitischer Sicht sind akademische Gründungen aus der Hochschule besonders bedeutsam, denn sie schaffen neue Arbeitsplätze in der Region und verhindern die Abwanderung von hoch qualifizierten Arbeitskräften aus der Region und erhöhen damit das Potenzial von regionalen Wachstumskernen durch Bindung von Wissen in der Region.

Die vorliegende Arbeit war mit dem Forschungsauftrag verbunden, konkrete Handlungsempfehlungen für die regionale Wirtschaftspolitik für die Ausgestaltung von Gründungsnetzwerken zu erarbeiten, um die Gründungen aus dem Wissenschafts- und Hochschulbereich zu fördern.

Dieser Forschungsauftrag hat eine aktuelle politische Relevanz, denn viele aktuelle Gründungsförderprogramme der öffentlichen Hand definieren als Nebenziel die Erhöhung der regionalen Vernetzung der Gründer, Unternehmer, der wissenschaftlichen und anderen öffentlichen Institutionen.

Die wissenschaftliche Begründung für die Ausrichtung der Förderziele ist dabei nicht immer erkennbar. Das liegt zum Teil auch daran, dass die wissenschaftliche Basis noch sehr schmal ist, die Wissenschaft insofern der praktischen Wirtschaftspolitik hinterherhinkt.

Der Forschungsauftrag ist sehr weit gefasst, adressiert eine komplexe Materie und ist mit drei Arten von besonderen Herausforderungen verbunden. Zum ersten sind die Konzepte der Förderung von Gründungen und Vernetzungen in der politischen Diskussion uneinheitlich und zum Teil nur sehr vage.

Die Bandbreite der Förderziele der Gründungsförderprogramme reicht von abstrakten Zielen wie der Schaffung einer „Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit"" bis hin zu operationalisierten Zielen wie der „Steigerung der Anzahl innovativer Unternehmensgründungen"". Auch die Ziele einer Vernetzung bleiben stets nur sehr vage formuliert.

Zum zweiten wird das Thema Gründungsförderung in der aktuellen Diskussion überwiegend positiv diskutiert. Die für eine ausgewogene Analyse notwendigen kritischen Argumente sind rar. Das gleiche ist für die Netzwerkforschung festzustellen, denn das alltägliche Netzwerkverständnis ist eher positiv besetzt, so dass die Gefahr besteht, dass in der politischen Diskussion die Vorteile der Vernetzung einseitig betont und die Nachteile vernachlässigt werden. Auch die Sozialkapitalforschung betont bisher verzerrt die Vorteile.

Zum dritten ist die Forschungslandschaft selbst sehr breit aufgestellt und fragmentiert. In der Gründungs- bzw. Entrepreneurship-Forschung existieren eine Vielzahl von Definitionen über das eigentliche Phänomen, eine Vielzahl von theoretischen Bezugsrahmen sowie von methodischen Ansätzen aus verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen.

Das gilt auch für den Forschungszweig, der sich speziell mit akademischen Gründungen auseinandersetzt. Das gleiche ist für die Forschung zu Netzwerken im Allgemeinen und zu Unternehmensnetzwerken im Besonderen zu sagen, da im Grunde jedes Phänomen unter der Netzwerkperspektive betrachtet werden kann.

Um den Herausforderungen zu begegnen, muss deshalb der Untersuchungsgegenstand klar definiert und die Kausalzusammenhänge in detailreicher Tiefe erfasst und diskutiert, das heißt den Dingen wirklich auf den Grund gegangen werden.

In Kapitel 2 erfolgt zunächst eine Klärung der essentiellen Begriffe und eine genaue Definition und Abgrenzung des Forschungsfeldes. Anhand des aktuellen Standes der wissenschaftlichen Diskussion werden die Forschungslücken identifiziert und daraus die Forschungsfragen abgeleitet.

Das Kapitel 3 erläutert das wissenschaftliche Forschungsdesign, begründet die Wahl der empirischen Methoden und diskutiert die wissenschaftstheoretischen Hintergründe des Forschungsdesigns. Im Kapitel 4 wird das theoretische Vorwissen des Forschers dargelegt, damit die Herangehensweise an das empirische Material und die Interpretationsmuster intersubjektiv nachzuvollziehen sind."
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis9
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis12
1 Einleitung13
2 Forschungsgegenstand und Forschungsfragen16
3 Forschungsdesign43
4 Theoretische Vorüberlegungen56
5 Empirie84
6 Theoretische Modellbildung157
7 Synthese217
8 Resümee und Forschungsdesiderata227
Literaturverzeichnis231
Anhang A: Statistische Tabellen247
Anhang B: Fragebogen Quantitative Empirie255
Anhang C: Interviewleitfäden Qualitative Empirie257

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