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E-Book

Management von Innovation und Risiko

Quantensprünge in der Entwicklung erfolgreich managen

VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl579 Seiten
ISBN9783540337553
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis59,99 EUR

Die Globalisierung erhöht den Kostendruck auf westeuropäische Unternehmen. Innovation ist zentraler Wettbewerbsfaktor. Dieses Buch zeigt, wie Sie Chancen innovativer Produkte nutzen und deren Risiken reduzieren: flexible, agile Organisationsformen, klare Prozesse, unternehmerisches Handeln für nachhaltiges Wachstum. Wissenschaftler und Führungskräfte beschreiben, wie erfolgreiche Unternehmen Innovation und Risiko managen. Aus einer Rezension zur 1. Auflage: 'getAbstract.com empfiehlt das Werk allen Führungskräften und Entscheidern, die nicht ohne Vorwissen in risikoträchtige Marktentwicklungen stolpern wollen, ...' (getAbstract 19.06.2002)

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Leseprobe

III.2 Plattformmanagement zur Reduktion von Innovationsrisiken (S. 122-123)

Marc Müller

1 Zentrale Bedeutung des Risikomanagements

Die Beherrschung und Eliminierung von Risiken in der Produktentwicklung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor im internationalen Wettbewerb. Dem bewussten und kontrollierten Umgang mit Entwicklungsrisiken kommt deshalb entscheidende Bedeutung zu. Erfolgreiches Risikomanagement trägt entscheidend zur Verkürzung der Entwicklungszeiten und Senkung der Entwicklungskosten bei. Geeignete Modularisierung und Produktplattformen können erheblich zur Reduktion der Risiken von Produktentwicklungen beitragen.

1.1 Entwicklungskompetenz als kritischer Erfolgsfaktor

Die heutige Markt- und Wettbewerbssituation ist vielfach durch eine hohe Segmentierung der Märkte und eine hohe Dynamik und Komplexität der technologischen Entwicklung geprägt. Gleichzeitig ist in vielen Industrien eine Verkürzung der Innovationszyklen festzustellen. Die Mikrosegmentierung der Märkte zwingt das Unternehmen Produkte anzubieten, die spezifisch auf die individuellen Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Diese Verbreiterung der Produktpalette führt oft zu einer Steigerung der Anzahl Entwicklungsprojekte und damit zu einer Erhöhung des Entwicklungsaufwandes insgesamt. Die Anzahl verschiedener Modelle in der Automobilindustrie wächst ständig. Hinzu kommen zahlreiche Modellvarianten und eine steigende Anzahl Ausstattungsvarianten: Durch die vielen verschiedenen Ausstattungsvarianten ergeben sich heute für einen Audi A4 über 2000 verschiedene Türinnenverkleidungen.

Die hohe Dynamik und Komplexität der technologischen Entwicklung birgt ein hohes technologisches Entwicklungsrisiko und erfordert vom Unternehmen einen hohen Entwicklungsaufwand. Vor dreißig Jahren war noch jedes Auto mit einer Notkurbel ausgerüstet, die man im Herbst beim ersten Frost in Betrieb setzte. Die Batterien versagten in der ersten Kälte ohne Vorwarnung ihren Dienst. Dafür verstand man die damaligen Autos noch: Ein Blick unter die Motorhaube lohnte sich allemal für jeden technisch normal begabten Fahrer. Mechanik und etwas Elektrotechnik, aber keine Elektronik und keine Software. Dem hohen und teilweise steigenden Entwicklungsaufwand steht in vielen Industrien eine Verkürzung der Innovationszyklen gegenüber. Das Unternehmen muss immer mehr Produkte in immer kürzerer Zeit entwickeln.

Dadurch steigt das Risiko, neue Produkte nicht rechtzeitig am Markt einführen zu können. Während der Innovationszyklus einer mechanischen Schreibmaschine noch 25 Jahre betrug, so hat sich dieser heute bei einer mikroprozessorgesteuerten Schreibmaschine auf nur noch fünf Jahre reduziert. Die Beherrschung und Eliminierung der Risiken in der Produktentwicklung ist deshalb für zahlreiche Unternehmen eine zentrale Managementaufgabe. Kalkulierbare Entwicklungsrisiken ermöglichen eine exaktere Planung der Termine und Ressourcen und tragen damit zu einer Verkürzung der Entwicklungszeiten und Senkung der Entwicklungskosten bei. Der Gegensatz zwischen immer mehr und technologisch immer komplexeren Produkten bei gleichzeitiger Verkürzung der Entwicklungszeiten verlangt nach neuen Lösungsansätzen im Bereich der Produktentwicklung: Geeignete Modularisierung und Produktplattformen können wesentlich zur Beherrschung und Eliminierung der Entwicklungsrisiken beitragen.

1.2 Inhärente Risiken von Entwicklungsprojekten

Das Entwicklungsrisiko steigt in der Regel mit zunehmender Komplexität und zunehmender Dauer des Entwicklungsprojektes. Durch aufwendige Planungsprozesse und ausgeklügelte Planungsinstrumente versuchen viele Unternehmen ihre Entwicklungsvorhaben besser in den Griff zu bekommen. Dies steigert jedoch gleichzeitig auch die Komplexität des Projektes selbst. Das Unternehmen kann die Entwicklung neuer Produkte nur begrenzt planen und beherrschen. Verschiedene Faktoren können den Erfolg von Entwicklungsprojekten gefährden:

• Technisches Realisierungsrisiko: Das technische Realisierungsrisiko bei Entwicklungsprojekten, insbesondere bei neuen Technologien, ist beträchtlich. Oft treten Probleme auf, die nicht bekannt waren oder an die vorher zumindest niemand gedacht hat.
• Kostenrisiko: Die Kalkulation der Entwicklungskosten eines neuen Produktes ist teilweise nicht einfach. Je nach Komplexität des Entwicklungsprojektes können die Entwicklungskosten erheblich von den ursprünglichen Budgets abweichen.
• Zeitrisiko: Die Planung der Entwicklungszeit eines neuen Produktes ist oft schwierig. Durch unvorhergesehene technische Probleme oder Änderungen der Marktanforderungen können sich Entwicklungen zeitlich stark verzögern.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort5
Inhaltsverzeichnis7
Teil I: Einleitung9
I.1 Innovation und Risiko – zwei Seiten einer Medaille11
Teil II: Strategisches Risikomanagement33
II.1 Enterprise-Risk-Management: Notwendigkeit und Gestaltung35
II.2 Implementierung des Enterprise-Risk-Managements53
II.3 Integration des Enterprise-Risk- Managements im Innovationsprozess79
Teil III: Risikomanagement im Innovationsprozess110
III.1 Flexibles Management von Innovationsprojekten111
III.2 Plattformmanagement zur Reduktion von Innovationsrisiken129
III.3 Marktorientierte Erfolgsfaktoren technologiegetriebener Entwicklungsprojekte153
III.4 Chancen und Risiken der Kundenintegration179
III.5 Management von Innovationsrisiken bei BMW195
Teil IV: Steuerung risikoreicher Innovationsprojekte218
IV.1 Modernes F&E-Projektcontrolling219
IV.2 Methoden der Risikoanalyse und-über wachung in Innovationsprojekten253
IV.3 Management von Entwicklungsprojekten in der Pharmabranche275
IV.4 Steuerung komplexer Entwicklungsprojekte bei MTU Aero Engines293
Teil V: Frühaufklärung zur Erkennung von Risiken310
V.1 Technologie-Früherkennung: Organisation und Prozess311
V.2 Entscheidungen in risikoreichen Projekten unterstützen339
V.3 Szenar iotechnik als Instrument der Frühaufklärung365
V.4 Technologiebeobachtung in der Entwicklung381
V.5 Risikobeurteilung von Technologieprojekten bei ABB401
Teil VI: Management externer Risiken420
VI.1 Technology Due Diligence Valer ie Banner t-Thurner421
VI.2 Risikomanagement in Inkubatore447
VI.3 Risikomanagement in der Beschaffung463
VI.4 Intellectual Property Management477
VI.5 Vertragsmanagement bei externer Entwicklung Karlheinz Schmid497
Anhang528
Literaturverzeichnis529
Stichwortverzeichnis565
Firmenverzeichnis571
Autorenverzeichnis575

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