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Qualitätsmanagement in der Lieferkette

AutorFrank Bünting
VerlagVDMA Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl73 Seiten
ISBN9783816305620
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis38,99 EUR

Die zunehmende Globalisierung einerseits, die Öffnung bisher nicht oder nur schwer zugänglicher Märkte andererseits und der daraus entstandene Zwang zur verstärkten Kostenreduzierung motiviert immer mehr produzierende Unternehmen dazu, zunehmend im Ausland zu beschaffen. Waren es bisher nur Rohstoffe, Halbzeuge und einfache Einzelteile oder Massenteile, die sich in den Warenkörben der Disponenten befunden haben, werden unterdessen auch Einzelteile mit zunehmender Komplexität oder umfangreichere Baugruppen angefragt.

Die Auswahl, Qualifikation und Betreuung von Lieferanten erfolgt in der Regel nicht nur durch Mitarbeiter des Einkaufs, sondern im Vorfeld von geplanten Beschaffungen auch durch Experten der Entwicklung/ Konstruktion, der eigenen Fertigung und der Qualitätssicherung. Dabei steht eine partnerschaftliche und auf Langfristigkeit hin ausgelegte Zusammenarbeit mit dem Lieferanten im Vordergrund.

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Leseprobe
"4. Besonderheiten bei der internationalen Beschaffung (S. 17-18)

Grundvoraussetzung bei der internationalen Beschaffung ist die Kenntnis der Unterschiede zwischen dem Werteverständnis der einzelnen Kulturkreise. Angefangen von Sprache und Zeitverständnis über Umgangsformen und gesellschaftlichen „Don’ts"" bis hin zu Verhandlungspraktiken und Rechtsauffassung.

Das Qualitätsverständnis hängt von dem kulturellen Hintergrund des Lieferanten ab. Es gibt Kulturen, die bestrebt sind, immer etwas neu zu entwickeln. Andere Kulturkreise streben mehr nach Imitation von erfolgreichen Produkten. Weiter bestimmen die Faktoren Bildungsniveau und Branche maßgeblich die Ausprägung von Qualitätsniveau und Zuverlässigkeit. Mit steigendem Bildungsniveau ist ein höheres Qualitäts- und Zuverlässigkeitsniveau zu erwarten. Andererseits gibt es Branchen, die weltweit einheitlich das Qualitätsdreieck „Kosten"", „Zeit"" und „Qualität"" interpretieren.

Zu beachten ist, dass es sich im konkreten Beschaffungsfall um zwei konkurrierende Rechtssysteme handeln kann. Das bedeutet, die Vertragspartner müssen sich auf ein Rechtssystem einigen mit Gerichtsstand und Vollzugsort. Wobei das allein noch keine Sicherheit bedeutet, denn es ist mitunter sehr schwer, den Rechtsanspruch umzusetzen. Gerade der Technologietransfer ist ein sehr sensibles Thema, denn oft ist ein wirksamer Know-how-Schutz länderübergreifend nicht zu realisieren.

Die logistischen Herausforderungen werden bestimmt durch z. B. die Infrastruktur wie Transportwege und Transportmittel, die klimatischen Bedingungen wie Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen, Holzschädlinge und Verpackungsvorschriften.

Aus Zollgesichtspunkten spielen die monetären Aspekte in Form von Ein- und Ausfuhrzöllen, der zeitliche und administrative Aufwand für Zollabwicklung und die Auswirkungen der Ursprungszeugnisse auf die eigenen Produkte eine große Rolle. Besonders heikel sind Verletzungen von Embargo-Listen, von Ausfuhrbeschränkungen des Beschaffungslandes und Importbestimmungen des Lieferlandes.

Trotz der Harmonisierung von Normen und Spezifikationen durch die International Organization for Standardisation (ISO), müssen die nationalen Normen in den einzelnen Ländern nicht identisch sein. Dies gilt insbesondere bei Produkten, die den europäischen Richtlinien inklusive der harmonisierten Normen entsprechen. Hier bestehen erhebliche Haftungsrisiken. Gerne wird auch übersehen, dass unterschiedliche metrische Systeme verwendet werden.

Wenn man in die externe Beschaffung geht, benötigt man ausreichend Präsenszeit im Beschaffungsland mit qualifizierten und möglichst muttersprachlichen Mitarbeitern. Dies wird für die Geschäftsanbahnung, die Vertragsverhandlungen als auch anschließende Überwachung der Lieferleistung benötigt.

Häufig ist es sinnvoll, Synergieeffekte zwischen der internationalen Vertriebs- und Einkaufsorganisation zu realisieren, indem z.B. die Vertriebsorganisation die Präsenz und Betreuung vor Ort übernimmt. Bei einem solchen Vorgehen dürfen jedoch Interessenkonflikte oder unterschiedliche Mentalitäten zwischen Einkauf und Vertrieb nicht unterschätzt werden. Darum ist eine entsprechende Qualifikation des Personals vor Ort dringend anzuraten. Anhand von zwei Beispielen wird aufgezeigt, welche Besonderheiten beim Einkauf in China und Indien auftreten.

4.1 Beispiel: Beschaffung von „Normteilen"" in China (Carl Zeiss AG)

Dieses Kapitel beschreibt einen Prozess der Beschaffung in China, wie er bei Carl Zeiss im Service Center Oberkochen durchgeführt wurde:

(1) Marktrecherchen durchführen

(2) potentielle Lieferanten beurteilen und auswählen,

(3) Verhandlungen vorbereiten, durchführen und Beziehungen ausbauen,

(4) Chinesische Lieferanten regelmäßig überprüfen,

(5) das sich ändernde Umfeld in China stets beachten.

Marktrecherchen durchführen:

Mögliche Quellen der Lieferantenrecherche sind:

Internetrecherche: Firmendatenbanken und Suchmaschinen:

Die zuverlässigste Internetquelle ist das chinesischsprachige Internet."
Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
Inhalt5
1. Vorwort6
2. Phasenmodell7
3. Phaseninhalte10
4. Besonderheiten bei der internationalen Beschaffung18
5. Best Practise Beispiele25
6. Literaturverzeichnis31
7. Glossar32
Anhang: Checklisten 1–1635
Anwendungsbereich:48
Inhalt:48

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