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Rasierte Stachelbeeren

So werden Sie die Nr. 1 im Kopf Ihrer Zielgruppe

AutorPeter Sawtschenko, Andreas Herden
VerlagGabal Verlag
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl264 Seiten
ISBN9783862001378
FormatePUB/PDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis25,99 EUR
Rasierte Stachelbeeren sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich von anderen unterscheiden; sie sind einzigartig oder werden als neu wahrgenommen. Genau das ist das Konzept von Branding. Es schafft in den Köpfen der Verbraucher die Wahrnehmung, dass ein Produkt, ein Unternehmen oder eine Dienstleistung unverwechselbar ist. Dieser Wettbewerbsvorteil wird heute immer entscheidender. Auch kleine mittelständische Unternehmen können Branding betreiben. Wer die Grundregeln der Positionierung und die Chancen der Nischenstrategie beachtet, kann erfolgreich eine eigenständige Marke etablieren - und so die Nr. 1 im Kopf seiner Kunden werden. Aus der Praxis heraus gibt dieses Buch Schritt für Schritt eine Anleitung zur Durchführung eines erfolgreichen Branding- Programms. Abgerundet wird es durch praktische Tipps zum Markenschutz und Markenrecht.

Andreas Herden ist Patentanwalt mit dem Arbeitsschwerpunkt nationales und internationales Markenrecht. Er ist seit 1993 Mitglied einer international tätigen Patentanwaltskanzlei und vertritt sowohl kleine und mittelständische als auch große Unternehmen in Fragen des Markenrechts und Markenschutzes. Peter Sawtschenko (Roßdorf) ist einer der erfolgreichsten Praxis-Experten, wenn es um die Entwicklung und UmSetzung von Alleinstellungsmerkmalen, Spezialisierungs- und Positionierungsstrategien von kleinen und mittelständischen Unternehmen, deren Dienstleistungen und Produkten geht. Seine ungewöhnlichen Markterfolge machten ihn und seine Agentur zu einer gefragten Anlaufstelle für Unternehmen, die neue Wege aus Austauschbarkeit und Preiskampf suchen. Vor seiner Selbständigkeit arbeitete er in internationalen Dialog-Marketing Agenturen (Oglivy & Mather Direkt, TBWA, Wunderman). 1991 gründete er sie Werbeagentur SAWTSCHENKO für Marktnischen und Positionierungs-Strategien. Er hält Vorträge und gibt interne Seminare und Workshops und ist Autor mehrerer Bücher, u.a. des Branding-Buches Rasierte Stachelbeeren - So werde Sie die Nr. 1 im Kopf Ihrer Zielgruppe im GABAL Verlag.

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Leseprobe

2. Branding ist die Summe aller Dinge, die ein Unternehmen erfolgreich macht


Große Unternehmen und ihre Zielgruppen

Große Unternehmen, die ihre Markenprodukte über den Handel vertreiben, müssen sich auf die Entwicklung einer starken Eigenmarke mit hoher Qualität und Markenpositionierung konzentrieren, was Investitionen in die Lieferkette und eine partnerschaftliche Lieferantenbeziehung erfordert. Diese sind verantwortlich für das Massenmarketing und die Kommunikation des Markenimages über die Filialen. Daher bemühen sich große Unternehmen um den Aufbau direkter Kundenbeziehungen über den Handel mittels diverser Kundenbindungsprogramme.

Großunternehmen haben zwei Hauptzielgruppen: zum einen den Handel bzw. die Einkaufszentralen der Handelskette und zum anderen die Endkunden, die ihr Produkt kaufen sollen. Zum Endkunden besteht außer wenigen Ausnahmen in der Regel kein direkter Kontakt. Die wichtigste Zielgruppe, um die sie sich kümmern müssen, sind die Einkaufszentralen und Filialisten an der Front.

Probleme der Filialen

Die Filialisten hingegen müssen sich mit ganz anderen Problemen beschäftigen. Neben der Produktpalette, der Kalkulation und der Platzierung, der Werbung und dem Konkurrenzproblem vor Ort müssen sie sich auch darüber Gedanken machen, ob die schlechte Laune der Mitarbeiter die jahrelangen sorgfältigen Bemühungen um Loyalitätsaufbau Kundenbindung, Service und Kundenfreundlichkeit zunichte machen. Verliert eine Filiale Sympathie und Kunden, so verlieren auch die Marken an Umsatz, zumindest in diesem Markt. Welchen Wert jeder einzelne Kunde hat, dürfte wohl jedem klar sein. Einen neuen Kunden zu finden und zu binden ist in der Regel siebenmal teurer, als einen alten Kunden zu binden oder einen unzufriedenen Kunden in einen zufriedenen umzuwandeln.

 

Überfordert von der täglichen Warenflut im Supermarkt: die Hausfrau

Abhängigkeiten, die den Branding-Prozess verzögern


Ein Unternehmen, das seine Produkte über einen eigenen oder freien Vertrieb in den Handel oder an Endkunden vertreibt, kann in einem starken Abhängigkeitsverhältnis stehen und den Markenaufbau erheblich bremsen. Der Vertrieb an der Front repräsentiert durch seine persönliche Beziehung in der Regel sehr stark das Unternehmen nach außen. Je nachdem, wie Vertriebsstruktur und Verträge gestaltet sind, entscheidet der Vertrieb über Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens.

Ein Beispiel

Ein mittelständischer Schuhhersteller, der feste Gebiets- und- Provisionsverträge mit seinen eigenen und freien Vertriebsmitarbeitern einging, war auf das Engagement und die Motivation seines Vertriebs angewiesen. Für die unterschiedlichen zielgruppenorientierten Produktgruppen wurden Produktphilosophie und Alleinstellungsmerkmale erarbeitet und jedes Produkt als eigenständige Marke aus bestem Hause positioniert.

Produktphilosophie für den Mülleimer

Zum Schrecken aller stellte man fest, dass manche Vertreter Displays und Werbematerial aus mangelndem Platz in ihrem Auto im Müllcontainer entsorgten. Die teuer erarbeitete Produktphilosophie und Alleinstellungsmerkmale, um das Markenbewusstsein zu fördern, wurden von einigen gar nicht oder nur halbherzig weitergetragen!

Und das, was zurückgerechnet scheinbar den größten Verlust brachte, war das Ausscheiden eines Mitarbeiters. Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen aufgehört hatte, musste das Unternehmen allerdings feststellen, dass ein neuer Mann den Umsatz innerhalb eines Jahres verdoppelte, in einem anderen Gebiet sogar verdreifachte. Ein typisches Beispiel dafür, dass mancher Vertriebsmann lieber die Kunden besuchte, bei denen er willkommen war, um dem Stress der Neukundengewinnung aus dem Wege zu gehen. Wie viele Millionen Umsatz dem Unternehmen in den letzen Jahren verloren gegangen waren und den Markenaufbau verzögert hatten, konnte man nur vermuten.

Ein schlecht motivierter Vertrieb kann nicht nur zu erheblichen Umsatzeinbußen führen, sondern auch den Markenaufbau verzögern.

Das Problem der internen Kommunikation


Ein Gewinnspiel ohne Gewinner

Als ein Marktführer für Kopiersysteme vor etwa 18 Jahren, als Schreibmaschinen noch gefragt waren, eine neue vollelektronische Schreibmaschine auf den Markt bringen wollte, entwickelte die Agentur ein umfangreiches Dialogmarketing-Konzept. Durch eine intelligente Response-Anzeigenkampagne mit einem Gewinnspiel bzw. Intelligenztest, der genau die wichtige Zielgruppe der Sekretärinnen ansprach, schaffte man es, eine ungewöhnlich hohe Beteiligung von potenziellen Interessenten zu generieren. Die Adressen wurden sofort an das Unternehmen bzw. den Vertrieb weitergeleitet, und alle hofften auf den großen Verkaufserfolg. Doch der Erfolg blieb aus, und die Agentur bekam massive Vorwürfe. Nachdem man dann alle Vorgänge analysiert hatte, stellte sich heraus, dass der Vertrieb nicht ausreichend über die Aktion informiert worden war und die Gewinnkarten nicht als Türöffner, sondern als lästige Mehrarbeit interpretiert hatte.

Der Start einer neuen Marke kann auch an mangelnder interner Kommunikation scheitern.

Beschwerdeabwehrstrategien und Arroganz machen miese Stimmung


 

Fehlender Dialog

Als massive Beschwerden aus der Bevölkerung über unfreundliche Beamte Zunahmen, sah sich eine deutsche Großstadt gezwungen, diesen Vorwürfen nachzugehen. Man beauftragte ein unabhängiges Institut, die Ursachen zu identifizieren und durch entsprechende Maßnahmen Abhilfe zu schaffen. Nach Testanrufen und Beobachtung derer, die die Anrufe der Bürger entgegennahmen, war die Ursache schnell klar. Die meisten Kontaktpersonen in den Ämtern waren schlechte Zuhörer, verhielten sich gegenüber Hilfe Suchenden arrogant und verstanden ihren Job als Beschwerdeabwehr- strategen. Nachdem man die Beamten gegen solche ausgetauscht hatte, die zuhören konnten und Achtung vor anderen Menschen hatten, veränderte sich das gesamte Stimmungsbild in der Stadt.

Problemerzeuger statt Problemlöser bereiten Verdruss im zwischenmenschlichen Bereich.

Produktionsprobleme verhindern die Einführung einer Marke


Wettlauf mit Hindernissen

Nachdem ein weltweit tätiges Unternehmen endlich ein neues Produkt mit einem Alleinstellungsmerkmal entwickelt und als neue Marke mit viel Aufwand im europäischen Markt eingeführt hatte, konnte der Vertrieb sein Auftragsvolumen innerhalb weniger Monate fast verdoppeln. Als sich die Lieferung der Produkte jedoch um Monate verzögerte und die erste Lieferung noch Mängel aufwies, schlug das anfänglich große Interesse in Unmut und Verärgerung um. Was war geschehen?

Man wusste von Wettbewerbern, dass sie ebenfalls an einer neuen Technologie arbeiteten, und wollte als Erster auf dem Markt sein, obwohl das Mischverhältnis auf Großproduktionsanlagen noch nicht ausgereift war. Zu allem Überfluss wurden die einzelnen Produktionsstätten aufgelöst und im Zuge der Sanierung zentralisiert.

Produktionsverlagerung, Produktmängel und Fehler in der Logistik können schon in der Einführungsphase dem Branding-Prozess großen Schaden zufügen.

Nicht fehlendes Know-how, sondern mangelndes Beziehungs-Management führt in die Krise


Flaute trotz Wettbewerbsvorteil

Ein großes renommiertes deutsches Bauunternehmen mit mehreren Geschäftsbereichen hatte neben einer allgemeinen Flaute einen besonderen Einbruch in einem sonst profitablen Geschäftsbereich zu verzeichnen. Bezeichnend war, dass immer mehr Ausschreibungsangebote von Mitbewerbern gewonnen wurden. Also beschloss die Geschäftsleitung, die Strategie der verantwortlichen Abteilung zu überprüfen. Nach einem zweitägigen internen Workshop mit den Verantwortlichen des Geschäftsbereiches war eine der Hauptursachen schnell analysiert. Von allen verantwortlichen Projekt-Ingenieuren praktizierte tatsächlich nur einer vorbildlich das in dieser Branche so wichtige Beziehungs-Management.

Fehlendes Beziehungs-Management macht Wettbewerbsvorteile zunichte.

Die hier aufgeführten Beispiele geben nur einen Teil der Erfahrung aus jahrelanger Praxis wieder. Sie zeigen vor allen Dingen eines: Es ist oftmals einfacher, eine Marke aufzubauen, als die Probleme, die den Aufbau verhindern könnten, abzubauen.

Faktoren des Erfolgs


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