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Ressourcen erhalten

AutorClaus Bölicke et al.
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl88 Seiten
ISBN9783456943947
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis12,99 EUR

Claus Bölicke / Radegunde Mösle / Barbara Romero / Günther Sauerbrey / Ruth Schlichting / Petra Weritz-Hanf / Tania Zieschang

Ressourcen erhalten

Aus der Reihe der Robert Bosch Stiftung (Hrsg.): Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz.

Rund eine Million Menschen in Deutschland leiden an Demenz. Die enorme Herausforderung dieser Krankheit für unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft ist nur zu bewältigen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das möchte die Initiative «Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz» der Robert Bosch Stiftung erreichen. In sieben Werkstätten haben rund 80 Vertreter aus Politik und Verwaltung und von Angehörigenorganisationen gemeinsam mit Wissenschaftlern und Praktikern aus Medizin, Pflege und anderen Disziplinen über die zentralen Probleme des Lebens mit Demenz diskutiert. Die sieben Berichte der Werkstätten fassen das jeweilige Thema zusammen, greifen gute Ansätze in der Praxis auf und geben Handlungsempfehlungen. Sie richten sich an alle, die beruflich direkt oder indirekt mit der Begleitung von Menschen mit Demenz befasst sind, sowie an interessierte Laien und Entscheidungsträger.

Angesichts der bisher nicht möglichen Heilung von Demenzerkrankungen erhöht sich der Bedarf, verbleibende Ressourcen der Betroffenen zu erhalten. Familien und andere Bezugspersonen als wichtigste Ressource für Menschen mit Demenz müssen in entsprechende Maßnahmen miteinbezogen werden. Der Bericht stellt ein erfolgreiches Beispiel für ein multimodales Behandlungsprogramm vor, benennt Verbesserungen der Kooperation im Versorgungsteam sowie in der Vernetzung regionaler Angebote und fordert Krankenhäuser auf, Konzepte zur Akutversorgung von Menschen mit Demenz zu entwickeln.

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Kapitelübersicht
  1. Vorwort der Robert Bosch Stiftung zur Reihe «Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz»
  2. Inhalt
  3. 1 Ressourcenorientierung in der Versorgung von Demenzkranken
  4. 2 Personale und familiäre Ressourcen im Krankheitsverlauf: Ein prototypisches Fallbeispiel
  5. 3 Personale und familiäre Ressourcen erhalten: Kritische Momente der Ressourcenerhaltung lokalisieren
  6. 4 Klinikbasierte Vorbereitung auf das Leben mit Demenz: Das Alzheimer Therapiezentrum
  7. 5 Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen auf kommunaler Ebene
  8. 6 Ressourcen erhalten während eines akutstationären Krankenhausaufenthalts
  9. 7 Rechtlich-finanzielle Regelungen
  10. 8 Möglichkeiten der Ressourcenerhaltung – Zusammenfassung und Empfehlungen
  11. Literatur
  12. Über die Autorinnen und Autoren
Leseprobe

4 Klinikbasierte Vorbereitung auf das Leben mit Demenz: Das Alzheimer Therapiezentrum (S. 23-24)

Herr Tillmanns (vgl. Kap. 2) konnte in einer Selbsthilfegruppe durch den Austausch mit anderen betreuenden Angehörigen Erfahrungen sammeln, die für ihn entscheidend hilfreich waren.

Eine Erweiterung der Angehörigengruppenarbeit stellt das von Barbara Romero entwickelte Konzept des Alzheimer Therapiezentrums (ATZ) dar (Romero, 2001). Das multimodale ATZ-Programm integriert vielseitige Hilfen für Angehörige mit erhaltender Rehabilitation und medizinischer Behandlung von Demenzkranken. Durch diese Kombination und durch eine Beteiligung von verschiedenen therapeutischen Berufsgruppen können spezielle Probleme und Ressourcen jeder betroffenen Familie individuell erkannt und berücksichtigt werden. Im Rahmen einer zeitlich limitierten, intensiven Intervention werden Empfehlungen für das weitere Leben im Alltag vorbereitet und den Betreuern vermittelt.

Die meisten Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung und derWirksamkeit des von Romero entwickelten multimodalen Behandlungsprogramms wurden bisher im Alzheimer Therapiezentrum der Neurologischen Klinik Bad Aibling gewonnen. Das multimodale Behandlungskonzept wird aber auch von anderen Kliniken übernommen und stationär bzw. ambulant angeboten. So wurden zum Beispiel erste Erfahrungen, das Programm ambulant umzusetzen, in der Memory- Ambulanz des Zentrums für Geriatrie und Gerontologie in Freiburg gemacht (Jost et al., 2003). Wie bereits oben erwähnt, erprobt die Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus seit 2005 eine ambulante Alternative der Selbsterhaltungstherapie.

Im Folgenden (s. Kap. 4.1) wird das Arbeitskonzept des Alzheimer Therapiezentrums Bad Aibling vorgestellt und anschließend (s. Kap. 4.2) werden die Studienergebnisse zurWirksamkeit der Behandlung präsentiert.

4.1 Das Konzept des Alzheimer Therapiezentrums Bad Aibling

Das Alzheimer Therapiezentrum Bad Aibling bietet in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Technischen Universität München ein vierwöchiges stationäres Behandlungsprogramm für Patienten mit zu Demenz führenden Erkrankungen und deren betreuenden Angehörigen an. Kranke werden immer zusammen mit den betreuenden Angehörigen aufgenommen, um die betroffenen Familien auf das bevorstehende Leben mit der Demenz vorzubereiten und damit den Verlauf der Krankheit günstig zu beeinflussen. Das Konzept kombiniert medizinische Behandlung mit einer erhaltenden Rehabilitation für Kranke und einem Programm für Angehörige.

Medizinische Behandlung

In der spezialisierten Facheinrichtung können die vor der Aufnahme gestellten Diagnosen im Verlauf des Aufenthalts im Alzheimer Therapiezentrum überprüft, gesichert, präzisiert und in speziellen Fällen auch geändert werden. Demenzsymptome werden mit Antidementiva behandelt. Bei Bedarf werden weitere Medikamente eingesetzt, um Stimmung, Antrieb, Unruhe, Reizbarkeit und andere Verhaltensauffälligkeiten günstig zu beeinflussen. Eine optimale psychopharmakologische Einstellung wird durch die speziellen Bedingungen der Einrichtung unterstützt. So kann die Wirkung der Medikation im stationären Rahmen vom Angehörigen und von einem interdisziplinären, erfahrenen Team beobachtet und entsprechend angepasst werden.

Gleichzeitig reduzieren die wohnliche Atmosphäre des Hauses, die unterstützenden Umgangsformen des geschulten Personals und vor allem die Anwesenheit der Angehörigen die Stressreaktionen der Kranken auf die neue Umgebung. Dadurch kann vermieden werden, dass der Bedarf an beruhigenden Medikamenten als Folge einer stationären Aufnahme steigt. Es fällt auch leichter zu beurteilen, inwieweit sich der Medikamentenbedarf durch geeignete Umgangsformen reduzieren lässt.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Robert Bosch Stiftung zur Reihe «Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz»6
Inhalt8
1 Ressourcenorientierung in der Versorgung von Demenzkranken10
2 Personale und familiäre Ressourcen im Krankheitsverlauf: Ein prototypisches Fallbeispiel16
3 Personale und familiäre Ressourcen erhalten: Kritische Momente der Ressourcenerhaltung lokalisieren20
4 Klinikbasierte Vorbereitung auf das Leben mit Demenz: Das Alzheimer Therapiezentrum24
4.1 Das Konzept des Alzheimer Therapiezentrums Bad Aibling25
4.2 Untersuchungen zur Wirkung der Behandlung im Alzheimer Therapiezentrum Bad Aibling33
4.3 Das Alzheimer Therapiezentrum in der individuellen Versorgungsplanung34
5 Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen auf kommunaler Ebene38
5.1 Das Problem: Geeignete Unterstützung finden38
5.2 Die Lösung: Ein integratives Versorgungskonzept40
5.3 Die Umsetzung: Regionale Beratungsangebote zusammenführen45
5.4 Die Bedeutung kommunalen Handelns für die Altenhilfeplanung48
6 Ressourcen erhalten während eines akutstationären Krankenhausaufenthalts52
6.1 Vorüberlegungen und Erkenntnisse aus der Literatur52
6.2 Interventionen während eines stationären Aufenthalts53
6.3 Vorschläge und Strategien zur Erhaltung von Ressourcen55
6.4 Qualitätsstandards zur Behandlung Demenzkranker im Krankenhaus61
7 Rechtlich-finanzielle Regelungen64
7.1 Die Versorgungssituation Demenzkranker heute64
7.2 Schnittstellenprobleme in den sozialen Sicherungssystemen65
7.3 Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Versorgungssituation67
8 Möglichkeiten der Ressourcenerhaltung – Zusammenfassung und Empfehlungen72
Literatur84
Über die Autorinnen und Autoren88

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