Kohlhammer Verlag

Dieser Verlag veröffentlicht folgende Fachzeitschriften:

Brandschutz

Brandschutz

Zeitschrift für das gesamte Feuerwehrwesen, Rettungsdienst und Umweltschutz. Brandschutz ist mit Abstand die führende Fachzeitschrift für die Feuerwehrpraxis. Sie erreicht in Deutschland alle und im deutschsprachigen Ausland viele Führungskräfte und für die Beschaffung zuständigen Entscheidungsträger. Brandschutz ist eine Pflichtlektüre, ...

Das Krankenhaus

Das Krankenhaus

Organ der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Krankenhauspolitik, -management, -verwaltung, -EDV. Die Zeitschrift "das Krankenhaus" ist eine der führenden Fachzeitschriften im Krankenhausbereich. Sie ist offizielles Organ der Deutschen Krankenhausgesellschaft und damit wie keine andere Fachzeitschrift im Führungsbereich der Krankenhäuser aktiv. ...

Der Gemeindehaushalt

Der Gemeindehaushalt

Kommunale Haushalts- und Wirtschafts-recht, Kassen- Rechnungs- und Prüfungs-wesen "Die Gemeinde" ist in Schleswig-Holstein die einzige kommunalpolitische Monatszeitschrift auf Landesebene. Sie bietet umfassende Information über alle Fachgebiete der kommunalen Verwaltung. In Fachaufsätzen werden Themen aus der täglichen Praxis ebenso behandelt ...

Der Landkreis

Der Landkreis

"Der Landkreis" ist eine der führenden Publikationen auf dem kommunalen Fachzeitschriftenmarkt. Sie genießt nicht nur auf kommunaler Ebene, sondern auch auf Landes- und Bundesebene sowie im politischen Bereich einen hohen Stellenwert. Die Fachzeitschrift orientiert sich an den Bedürfnissen ihrer Leser und deckt die wachsende Nachfrage nach ...

Die Gemeinde

Die Gemeinde

Die Gemeinde ist in Schleswig-Holstein die einzige kommunalpolitische Monatszeitschrift auf Landesebene. Sie bietet umfassende Information über alle Fachgebiete der kommunalen Verwaltung. In Fachaufsätzen werden Themen aus der täglichen Praxis ebenso behandelt wie auch übergeordnete mit bundesweitem Bezug. Der umfangreiche, vorwiegend ...

Die öffentliche Verwaltung

Die öffentliche Verwaltung

Zeitschrift für öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaft -- Die DÖV ist eine zweimal im Monat erscheinende Fachzeitschrift für öffentliches Recht mit Bezügen auch zu europäischem und außereuropäischem Recht. Die Abhandlungen der DÖV greifen aktuelle Streitstände innerhalb des gesamten öffentlichen Rechts auf. Ebenso informiert ...

EUG

EUG

Kostenerstattungsrechtliche Entscheidungen der Sozial- und Verwaltungsgerichte sowie der Spruchstelle Stuttgart Begründet von : Otto Mergler, Stadtdirektor der Stadt Essen a. D.; Dr. Günther Zink, Abteilungsdirektor a. D.; Neubearbeitet und fortgeführt von Helmut Reisch, städt. Verw. Dir. a. D., Mitglied der Spruchstelle Stuttgart. Die ...

Natur und Landschaft

Natur und Landschaft

Natur und Landschaft ist die älteste deutsche Fachzeitschrift für Naturschutz und spiegelt den aktuellen Kenntnisstand in Naturschutz und Landschaftspflege wider. Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) herausgegebene Zeitschrift ist unentbehrlich für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Fachbehörden, Gutachterinnen und Gutachter, ...

Verwaltungsrundschau

Verwaltungsrundschau

Die "Verwaltungsrundschau" ist seit über 50 Jahren das zentrale Diskussionsforum für alle Fragen der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter in der Verwaltung. Die Thematik umfasst nicht nur rechtliche Fragen, sondern auch verwaltungsrelevante Gebiete der Wirtschafts- und Finanzwissenschaft, der Sozialwissenschaften und der Verwaltungslehre, die ...

Zeitschrift für Beamtenrecht

Zeitschrift für Beamtenrecht

Die Zeitschrift für Beamtenrecht nimmt seit über fünf Jahrzehnten einen zentralen Platz als Fachzeitschrift für das Beamtenrecht und das öffentliche Dienstrecht ein. Das Rechtsgebiet ist derzeit in rascher Entwicklung begriffen, und die Zeitschrift bezieht in der Debatte kritisch und aufklärend Position. Die Zeitschrift für Beamtenrecht hat ...

Zeitschrift für Kirchengeschichte

Zeitschrift für Kirchengeschichte

Die "Zeitschrift für Kirchengeschichte" (ZKG), zugleich die Zeitschrift der Sektion für Kirchengeschichte im Verband der Historiker Deutschlands, bietet als konfessionsübergreifendes wissenschaftliches Fachorgan neben zusammenfassenden Darstellungen größerer Themenkomplexe auch Einzeluntersuchungen (Miszellen), Textpublikationen sowie ...

Verlags-Vita Kohlhammer Verlag

Chronik Wilhelm Kohlhammer



Am 30. April 1866 begann die Geschichte des Druck- und Verlagshauses - in passender Weise - mit einem unscheinbaren Verwaltungsakt: Wilhelm Kohlhammer erklärte im Gewerbeänderungsprotokoll der Gemeinde Stuttgart, dass er die 1849 gegründete Druckerei und Badeanstalt seines verstorbenen Schwiegervaters Gottlob Carl Rümelin übernommen habe. Der junge Unternehmer war erst einige Jahre zuvor aus Meimsheim im damaligen Oberamt Brackenheim zugezogen, wo er am 26. August 1839 als Sohn eines Landwirts und Schäfers geboren wurde und als Notariatsassistent gearbeitet hatte.



Die kleine Druckerei, die Kohlhammer nun unter eigenem Namen betrieb, befand sich seit 1857 im hinteren Teil eines Geschäftshaus in der Urbanstraße 14, wo der Verlag in den nächsten 120 Jahren residieren sollte. Die mitübernommene Badeanstalt, das bekannte "Stuttgarter Neckarwasserbad" , arbeitete wegen guten Besuchs höchst einträglich und verschaffte Kohlhammer bis zu seiner Schließung 1890 den finanziellen Rückhalt für den weiteren Ausbau der Druckerei sowie den Aufbau eines Verlages.



Die Druckerei beschäftigte bei ihrer Übernahme durch Kohlhammer nur 6 bis 8 Gehilfen und lebte im Wesentlichen vom bescheidenen Akzidenzgeschäft. Zudem hatte der Betrieb seit dem Tod des Gründers 1856 wirtschaftlich stark gelitten. Die Konsolidierung verdankte Kohlhammer einer rettenden Geschäftsidee: Seine reiche Erfahrung als Notariatsassistent, dessen Tagesgeschäft zu großen Teilen aus der Anfertigung gleichartiger und meist umfangreicher Schriftstücke bestand, brachte ihn auf den Gedanken, für solche Verwaltungsvorgänge standardisierte Formulare herzustellen und dadurch nicht nur zeitraubende Schreibarbeit zu vermeiden, sondern auch einen Beitrag zur administrativen Rechtssicherheit zu leisten.



Da Kohlhammer diese Vordrucke stets in bester Qualität und vor allem rechtzeitig lieferte, genoss der neue Formularverlag bald einen hervorragenden Ruf und wuchs in den Folgejahren stark. Aus dem Geschäft mit Vordrucken entwickelte sich ein weiterer, zukunftsträchtiger Geschäftszweig - die Herstellung von Gesetzestexten, Dienst- und Verwaltungsvorschriften für das Königreich Württemberg - aus dem in der Folgezeit ein renommierter rechts- und staatswissenschaftlicher Verlag entstand, der bis heute eine der tragenden Säulen des Unternehmens bildet.

Berühmt wurde der Kohlhammer Verlag aber auch durch seine landesgeschichtliche und landeskundliche Fachveröffentlichungen. Beispielhaft seien das große "Württembergische Adels- und Wappenbuch" von Archivrat von Alberti, die seit 1880 im Verlag erscheinenden Beschreibungen der Oberämter des Königreichs Württemberg, die Urkundenbücher württembergischer Städte, die berühmten "Württembergischen Jahrbücher für Statistik und Landeskunde", die statistischen Handbücher des Königreichs Württemberg sowie die Hof- und Staatshandbücher genannt.



Den Anstoß für den Aufbau einer theologischen und geisteswissenschaftlichen Abteilung gab die Dissertation des Vikars der Stiftskirche und späteren Professors für das Alte Testament an der Universität Leipzig, Rudolf Kittel, der nach 1880 im Hause Kohlhammer verkehrte. Bereits nach kurzer Zeit erschienen bedeutende Veröffentlichungen und auch dieser Verlagszweig florierte. Einen ersten Höhepunkt bildete die in den Jahren 1885 bis 1895 von dem Marburger Professor Karl Friedrich Geldner besorgte kritische Ausgabe der "Avesta, die heiligen Bücher der Parsen", für deren Herstellung Kohlhammer angeblich eigens einen parsischen Priester nach Stuttgart holte, der beim Satz der komplizierten Zeichen half und die Drucklegung überwachte. Ein weiteres frühes Standardwerk bildete das von dem Tübinger Gräzisten Wilhelm Schmid editierte Opus "Der Atticismus in seinen Hauptvertretern von Dionysius von Harlikarnass bis auf den zweiten Philostratus", das in 5 Bänden in den Jahren 1885 bis 1887 erschien.



Um dem Publikum ein gutes und günstiges Sonntagsblatt anbieten zu können, gründete Kohlhammer 1872 das "Neue Deutsches Familienblatt", das große Popularität erlangte. Die volkstümlich geschriebene Zeitung enthielt einen Wochenrückblick, berichtete über Kurioses und Erbauliches. Das Blatt, das seit 1895 auf einer eigens erworbenen Rotationsmaschine gedruckt wurde, erschien in hoher Auflage (185.000 Exemplare im Jahr 1914) zu einem günstigen Preis von 3 Pfennigen für die 8seitige Nummer und sicherte Kohlhammer im Rheinland, Elsaß, in Ostpreußen, Österreich und der Schweiz zahlreiche Abonnenten. Seit 1890 lag die Redaktion bei Dr. Eugen Görlach (1856-1839), dem Schwager Wilhelm Kohlhammers, der über die Beigabe von Illustrationen für die weitere Verbreitung sorgte. Der Erfolg des Familienblattes veranlasste zum weiteren Ausbau der verlagseigenen Zeitschriftensparte, indem man 1882 die Verlagsrechte an der "Deutschen Feuerwehrzeitung" von der Witwe des Verlegers Kitzinger und 1885 die "Württembergische Kriegerzeitung" erwarb. Schließlich wurde 1888 noch der "Schwabenkalender" gegründet, der bis heute alljährlich als "Schwäbischer Heimatkalender" erscheint. Der berühmte "Woll-Jäger", Professor Gustav Jäger, steuerte zunächst Aufsätze über gesunde Lebensführung zum Familienblatt bei, bevor er 1882 selbst bei Kohlhammer ein gefragtes "Monatsblatt zur zeitgemäßen Gesundheitspflege" herausgab. Seine aus heutiger Sicht kuriose gesundheitspolitische Philosophie ("Von der Unterhose zur Untersterblichkeit") propagierte ein komplett neues Bekleidungssystem und verhalf der württembergischen Trikotwarenindustrie zum endgültigen Durchbruch.



Neben den geschäftlichen Verpflichtungen nahm Wilhelm Kohlhammer eine große Zahl von Ehrenämtern wahr. So fungierte er als Vorstandsmitglied des Deutschen Druckervereins und der Deutschen Buchdruckergenossenschaft im Südwestkreis, war Ausschuss- und Vorstandsmitglied des württembergischen Obstbauvereins und darüber hinaus von 1883 bis 1885 noch Mitglied des Bürgerausschusses der Residenzstadt Stuttgart. Auf seine Initiative ging auch die Einrichtung der stark nachgefragten Notariats- und Verwaltungskurse zurück, die vielen Anwärtern die nötigen Kenntnisse vermittelten. Sein herausragendes geschäftliches, bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement wurde 1887 durch die Verleihung des begehrten Kommerzienratstitels honoriert. Angesichts des hohen Arbeitspensums verwundert es nicht, dass die nie geschonte Gesundheit dem rührigen Unternehmer einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machte. Obwohl der plötzliche Tod des Verlagsgründers im Januar 1893 eine tiefe Lücke hinterließ, führte die Witwe Marie Kohlhammer (1850-1925) unterstützt von Ihrem Bruder die Geschäfte erfolgreich weiter, bis 1909 der Sohn Dr. Walter Kohlhammer (1879-1946) als Gesellschafter in die Firma eintrat und das Druck- und Verlagsunternehmen in der Folgezeit weiter ausbaute.