Berlin, 5. Juli 2011 – Deutschland exportiert jährlich über 155.000 Tonnen Elektroschrott ins außereuropäische Ausland, darunter 50.000 Tonnen PC- und Fernsehbildschirme. Das belegt eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA). Obwohl Geräte defekt sind, deklarieren sie Exporteure oftmals als „noch funktionstüchtig“ und verschiffen sie illegal nach Asien und Afrika. Dort ist umweltgerechtes Recycling meist Fehlanzeige. „Die Bundesregierung setzt sich für eine klare europäische Regelung ein, nach der ein Exporteur nachweisen muss, dass exportierte Geräte funktionstüchtig sind und es sich nicht um Abfall handelt“, sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen in einer Presseerklärung des UBA. Mit den alten Elektrogeräten verließen auch kostbare Rohstoffe wie Gold, Kupfer und Platin das Land, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA: „Kostbare Rohstoffe zu recyceln, ist bei steigenden Weltmarktpreisen – gerade für viele Metalle – auch ein ökonomisches Gebot der Vernunft“.

Die EU-Umweltminister hatten sich im März darauf geeinigt, dass die Mitgliedsländer in vier Jahren 45 Prozent der Altgeräte zurücknehmen und recyceln müssen. Dieser Vorschlag sei völlig unbefriedigend, erklärt der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Gerd Bollmann: „Mit dieser Positionierung haben die Mitgliedsstaaten sowohl das umwelt-, als auch das wirtschaftspolitische Potenzial von Elektroschrott verkannt“. Die recycelten Sekundärrohstoffe könnten sogar die Primärrohstoffe ersetzen, sagt Bollmann. Auch die vorgeschlagene Erhöhung auf 65 Prozent ab dem Jahr 2020 sei wenig ambitioniert. Angebracht sei eher eine Sammelquote von 85 Prozent.

Das europäische Parlament fordert, dass die Mitgliedsstaaten bis 2016 mindestens 85 Prozent des von ihnen produzierten Elektroschrotts einsammeln. „Wir können es uns nicht länger leisten, unseren Müll zu verschwenden. Das Parlament hat klargemacht, dass Behörden, Hersteller und Verbraucher ihren Beitrag dazu leisten sollen, dass mehr elektrische und elektronische Altgeräte eingesammelt und wiederverwertet werden. Weiterhin haben wir strenge Vorschriften eingeführt, damit Elektromüll nicht mehr illegal in Entwicklungsländer exportiert wird und dort Schaden anrichten kann“, sagt der Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz (CDU).

Das Unternehmen Bizerba hat ein weltweites Ersatzteil-System namens „Green Service“ eingeführt: Der Kunde kann sich dazu entscheiden, ein aufbereitetes Ersatzteil installieren zu lassen und das defekte Bauteil an Bizerba zu übergeben. „In Balingen reparieren Techniker diese Ersatzteile für die nächsten Serviceeinsätze“, erklärt Robert Keller, Director Business Services bei Bizerba. Ein kostengünstiges System für den Kunden, denn er spart im Vergleich zu einem Neuteil bis zu 40 Prozent, und ein Plus für die Ökobilanz: „Arbeiteten wir ausschließlich mit Neuteilen, hätten wir für jede Produktserie schon längst eine Kette an Elektroschrott verursacht, die mehrere Kilometer lang wäre“, sagt Keller.

Die großen Elektronikkonzerne der USA wollen in den kommenden fünf Jahren ihre Recyclingquote von Elektroschrott verdreifachen. „Das entspräche etwa einem Football-Stadium mit 71.000 Sitzplätzen, das bis zur Oberkante mit alten Computern, Handys und Fernsehern gefüllt sei“, heißt es in einem Blogbeitrag der Zeit online. Und weiter: „Ziel sei es zu verhindern, dass Elektroschrott unsortiert in Entwicklungsländern lande, wo er nicht nur für Umweltprobleme sorgt, sondern auch massive Gesundheitsschäden verursacht“.

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